Stadtwerke und neue Kohlekraftwerke in Deutschland

Der Stadtwerkeverbund Trianel, ein Zusammenschluss von ca. 30 Stadtwerken, baut  in Lünen ein neues Steinkohlekraftwerk. Auch das Stadtwerkekonsortium Südweststrom mit ca. 60 beteiligten Stadtwerken plant ein neues Steinkohlekraftwerk in Brunsbüttel. 

Beide Konsortien wurden ursprünglich mit der Idee  gegründet,  sich von den vier großen Energiekonzernen, E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW die über 80 % der Stromerzeugung in Deutschland in Händen halten, unabhängiger zu machen. So richtig diese Idee ist, und so sinnvoll die Investitionen dieser Konsortien in Gaskraftwerke und Erneuerbare Energien sind, so falsch und klimapolitisch verheerend ist die Investition von Südweststrom und Trianel in neue klimaschädliche Kohlekraftwerke.

Der langjährige Protest gegen den Neubau von Kohlekraftwerken und das entschiedene Eintreten vieler Bürgerinnen und Bürger gegen eine Beteiligung ihres Stadtwerkes, haben bewirkt, dass Trianel in Krefeld nun ein klimafreundlicheres Gaskraftwerk statt eines Kohleblocks baut.

 Rund 90 kommunale Unternehmen an Kohleprojekten beteiligt

Auch nach dem Erfolg von Krefeld beteiligen sich über die beiden Konsortien immer noch ca. 90 Stadtwerke am Bau neuer Kohlekraftwerke. Trotzdem sind  oft nur wenige Menschen in den jeweiligen Städten über die Beteiligung Ihrer Stadtwerke informiert, und das, obwohl Kohlekraftwerke die klimafeindlichste Form der Stromerzeugung darstellen, neue Kohlekraftwerke ein hohes wirtschaftliches Risiko für die kommunalen Unternehmen darstellen und die Förderung der Steinkohle z.B.  aus Kolumbien unter menschenrechtlich zweifelhaften Bedingungen stattfindet.

Informieren und Handeln

Unsere Stadtwerkekarte informiert darüber, welche Stadtwerke an welchen Kohlekraftwerken beteiligt sind. Wie ihr in eurer Stadt eine Initiative gründen könnt, euch mit anderen Initiativen vernetzt oder euch bestehenden Gruppen anschließt, erfahrt ihr hier. Informationen zu Ausstiegsmöglichkeiten für Stadtwerke gibt es hier.

Bundesweiter Protest gegen neue Kohlekraftwerke

An allen geplanten Kraftwerksstandorten gibt es vor Ort massiven Widerstand gegen die Bauvorhaben. Es haben sich  Bürgerinitiativen gegründet, um den Bau neuer Kohlekraftwerke zu verhindern. Aber auch in einigen der Städte,  deren Stadtwerke am Bau oder an der Planung beteiligt sind, haben sich Initiativen gegründet, die u.a. mit Bürgerbegehren (siehe Aachen), gezielter Lobbyarbeit oder phantasievollen Aktionen gegen die Beteiligung ihrer Stadtwerke am Bau neuer Kohlekraftwerke vorgehen.

Weitere Informationen zu neuen Kohlekraftwerken in Deutschland und zum Widerstand dagegen gibt es auf www.kohle-protest.de 

 

Brunsbüttel: Stadtwerke verabschieden sich von Kohlekraft

Die klima-allianz deutschland begrüßt den Stopp des größten Steinkohlekraftwerksprojekts in Deutschland. Sie bezeichnete das Aus für das mit 1800 Megawatt größte geplante deutsche Kohlekraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel als „starkes Signal für die Energiewende".

Palmer will Brunsbüttel kippen

Tübingen, 1. Juli 2012: Am 19. Juli findet die nächste Gesellschafterversammlung der SüdWestStrom Kraftwerks GmbH statt. Die Tübinger Stadtwerke werden für die Beendigung des Kohlekraftwerksprojekts in Brunsbüttel stimmen. „Die Politik entscheidet, welche Energien sich lohnen und welche nicht“, sagt Palmer. Wegen der Energiewende sei es „nicht mehr rentabel“, neue Kohlenmeiler zu bauen und zu betreiben.

Neue Landesregierung Schleswig-Holstein will Brunsbüttel verhindern

Kiel, 4.6.2012: Aus dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung Schleswig-Holsteins: "Ein neues Kohlekraftwerk ist mit den Zielen der Landesregierung zu erneuerbaren Energien und zum Klimaschutz nicht vereinbar. Deshalb werden wir alle Möglichkeiten nutzen, den Neubau eines Kohlekraftwerks in Schleswig-Holstein zu verhindern."

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